Filterklassen E12, H13 und H14: Unterschiede bei der Schweißrauchabsaugung

Bei der Auswahl einer Schweißrauchabsaugung fällt der Blick häufig zuerst auf E12, H13 oder H14. Diese Angabe beschreibt jedoch nur die Leistung eines Partikelfilters unter festgelegten Prüfbedingungen. Für den tatsächlichen Arbeitsschutz sind zusätzlich die Erfassung an der Entstehungsstelle, der Luftvolumenstrom und der gesamte Anlagenaufbau entscheidend. Der Beitrag ordnet die drei Klassen ein und zeigt, weshalb die höchste Filterklasse nicht automatisch für jeden Schweißarbeitsplatz die zweckmäßigste Lösung ist.

Lesezeit rund 6 Minuten Stand: Juli 2026

Was bedeuten die Filterklassen E12, H13 und H14?

E12, H13 und H14 werden nach EN 1822-1:2019 klassifiziert, die in Österreich als ÖNORM EN 1822-1:2019 verfügbar ist. International entsprechen ihnen nach ISO 29463 die Klassen ISO 25 E, ISO 35 H und ISO 45 H. E12 gehört zu den EPA-Filtern, H13 und H14 zu den HEPA-Filtern.

Geprüft wird an jener Partikelgröße, bei der das jeweilige Filtermedium seine geringste Abscheideleistung erreicht. Diese Größe heißt MPPS, Most Penetrating Particle Size. Die häufige Aussage, HEPA-Filter würden immer bei exakt 0,3 Mikrometern geprüft, ist deshalb zu pauschal.

Wichtig für die Einordnung Die Klasse gilt für das geprüfte Filterelement und nicht automatisch für die komplette Absauganlage.

Wie unterscheiden sich E12, H13 und H14 bei der Abscheideleistung?

E12 erreicht integral mindestens 99,5 Prozent Abscheidung, H13 mindestens 99,95 Prozent und H14 mindestens 99,995 Prozent. Der maximale Durchlassgrad sinkt damit von 0,5 auf 0,05 und schließlich auf 0,005 Prozent.

Tipp: Der Unterschied wird bei Restdurchlass meist deutlicher sichtbar als bei den Abscheidewerten.

Kennzahl wählen Wählen Sie, welche Kennzahl groß angezeigt und verglichen werden soll.

Die Auswahl verändert die große Kennzahl in allen drei Karten.

Klassen direkt vergleichen
E12 EPA
Integrale Abscheidung ≥ 99,5 %
Maximaler Durchlass 0,5 %
Maximaler Durchlass
0,5 %
Integrale Abscheidung
≥ 99,5 %
Lokale Abscheidung
keine Anforderung
Entsprechung ISO 29463
ISO 25 E
H13 HEPA
Integrale Abscheidung ≥ 99,95 %
Maximaler Durchlass 0,05 %
Maximaler Durchlass
0,05 %
Integrale Abscheidung
≥ 99,95 %
Lokale Abscheidung
≥ 99,75 %
Entsprechung ISO 29463
ISO 35 H
H14 HEPA
Integrale Abscheidung ≥ 99,995 %
Maximaler Durchlass 0,005 %
Maximaler Durchlass
0,005 %
Integrale Abscheidung
≥ 99,995 %
Lokale Abscheidung
≥ 99,975 %
Entsprechung ISO 29463
ISO 45 H
Ergebnis auf einen Blick

Jede höhere Klasse reduziert den zulässigen Restdurchlass um den Faktor zehn.

Die Karten vergleichen ausschließlich die Filterleistung, nicht die Eignung der gesamten Anlage.

Bei H13 und H14 gelten zusätzlich Anforderungen an die lokale Filterleistung. Diese Leckageprüfung ist ein wesentlicher Unterschied zwischen EPA und HEPA. Sie verhindert jedoch nicht, dass Rauch bei mangelhafter Erfassung am Filter vorbeigelangt.

Welche Filterklasse wird bei Schweißrauch eingesetzt?

E12, H13 und H14 sind bei der Schweißrauchfiltration verbreitet, eine belastbare Marktstatistik zu den drei meistgenutzten Klassen liegt in der Recherche jedoch nicht vor. Marktübliche Anlagen verwenden unterschiedliche Filterkonzepte:

  • E12-Speicherfilter
  • H13- oder H14-Nachfilter
  • abreinigbare Patronen
  • ePTFE- oder Nanofaser-Medien

Die Auswahl richtet sich unter anderem nach Staubmenge, Betriebsdauer und Wartung.

Partikelfilter erfassen keine Gase E12, H13 und H14 sind reine Partikelfilter. Gasförmige Stoffe wie Ozon oder Stickoxide werden damit nicht wirksam abgeschieden. Dafür können zusätzliche sorptive Filterstufen, beispielsweise Aktivkohle, erforderlich sein.

Warum ist H14 nicht automatisch die beste Wahl?

H14 weist den geringsten zulässigen Partikeldurchlass der drei Klassen auf. Daraus folgt jedoch keine allgemeine Vorrangstellung. Der Druckverlust hängt neben der Filterklasse von Filterfläche, Medium, Faltengeometrie, Konstruktion und Verschmutzungsgrad ab.

Steigt der Widerstand, muss der Ventilator ausreichend Reserve besitzen. Andernfalls kann der Luftvolumenstrom sinken und die Erfassung an der Schweißstelle schwächer werden. H14 kann als Nachfilter oder bei besonderen Umluft- und Gefahrstoffanforderungen sinnvoll sein. In anderen Anwendungen kann ein abgestimmtes System mit E12 oder H13 technisch und betrieblich zweckmäßiger sein.

Welche weiteren Kriterien entscheiden über die richtige Schweißrauchabsaugung?

Die wirksamste Maßnahme ist die Erfassung des Schweißrauchs möglichst nahe an seiner Entstehungsstelle. Nur erfasste Emissionen erreichen das Filtersystem. Erfassungseinrichtung, Positionierung und Erfassungsgeschwindigkeit müssen deshalb zur Anwendung passen.

Auch die geplante Luftführung ist entscheidend: Ein HEPA-Filter bedeutet nicht automatisch, dass gereinigte Luft ohne weitere Beurteilung in den Arbeitsraum zurückgeführt werden darf.

Arbeitsschutz beim Schweißen
Platzhalterbild – bitte durch ein Foto einer mobilen oder stationären Absaugung ersetzen.

Diese Punkte gehören in jede Auswahl

  • Erfassung nahe der Entstehungsstelle
  • Erfassungseinrichtung und Positionierung
  • Erfassungsgeschwindigkeit
  • Ventilatorauslegung mit ausreichender Reserve
  • Filterfläche und Vorfilterung
  • Abreinigung des Filters
  • Luftstromüberwachung
  • Kontaminationsarmer Filterwechsel

Für Österreich ergibt sich aus der Recherche keine allgemeine Vorgabe, nach der Schweißrauch mindestens mit H13 gefiltert werden muss. Maßgeblich sind Gefährdungsbeurteilung, Expositionsminimierung, Grenzwerte und besondere Regeln für krebserzeugende Arbeitsstoffe.

Hochlegierte Stähle gesondert bewerten Hier können unter anderem Chrom(VI)-Verbindungen und Nickeloxide entstehen. Die Grenzwerteverordnung stellt für die Rückführung gereinigter Luft unter solchen Bedingungen besondere Anforderungen. Die gewählte Filterstufe bleibt daher ein Bestandteil des Schutzkonzepts und ersetzt weder die Stoffbewertung noch die Prüfung von Umluft- oder Abluftbetrieb.

Filterklasse, W3 und Staubklasse sind drei verschiedene Dinge

Was welche Kennzeichnung aussagt
Kennzeichnung Bezieht sich auf Was sie beschreibt
E12, H13, H14 das einzelne Filterelement Abscheidegrad am MPPS unter festgelegten Prüfbedingungen nach EN 1822-1
Schweißrauchklasse W3 das vollständige Schweißrauchabscheidegerät neben der Abscheidung auch Mindestluftvolumenstrom, Warnsignale und sicheres Filterhandling
Staubklasse L, M, H gewerbliche Sauger und Entstauber eigener Normkontext – ein Sauger der Staubklasse H ist nicht automatisch mit einem H13- oder H14-Filter gleichzusetzen

Die W3-Klassifizierung wird in einem eigenen Wissensartikel ausführlicher behandelt.

Filterauswahl bei Holzer ASS praxisbezogen einordnen

Bei Holzer ASS wird die Auswahl einer mobilen oder stationären Schweißrauchabsaugung ausgehend von der konkreten Anwendung betrachtet. Schweißverfahren, Werkstoff, Emissionsmenge, Einsatzdauer, Staubbeladung und geplante Luftführung bilden zentrale Auswahlkriterien. Ebenso wichtig sind die mögliche Quellerfassung, Ventilatorreserve, Wartung und ein sicherer Filterwechsel.

E12, H13 und H14 liefern dafür eine wichtige technische Kennzahl, aber keine vollständige Anlagenbewertung. Erst das abgestimmte Zusammenspiel aus Erfassung, Luftmenge, Filteraufbau und Betriebsweise zeigt, welche Absauglösung den jeweiligen technischen und arbeitsschutzbezogenen Anforderungen entspricht.

Normative Grundlagen: EN 1822-1:2019, in Österreich als ÖNORM EN 1822-1:2019 verfügbar, sowie ISO 29463 für die internationalen Entsprechungen. Für die Rückführung gereinigter Luft gilt zusätzlich die Grenzwerteverordnung. Dieser Beitrag ordnet die Filterklassen technisch ein und ersetzt keine Gefährdungsbeurteilung.

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